„Vermögen verpflichtet“ – Hohe Auszeichnungen für Ilse Lang

Ilse Lang

ASV-Mitglied Ilse Lang wurde im Februar 2021 mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Grund hierfür war ihr außergewöhnliches Engagement in der Förderung sozialer, bildungspolitischer, sportlicher und kultureller Projekte im In- und Ausland. Darüber hinaus erhielt sie im April 2021 die Stifterplakette des Museums der Stadt Worms. Basis hierfür waren ihre großzügigen Spenden für die notwendigen Umbau- und Sanierungsarbeiten in den letzten 13 Jahren. Die Stifterplakette prangt nun an der Außenwand des Andreasstifts.

Für ihr umfangreiches Engagement erhielt sie bereits die Ehrenmedaille der Stadt Worms (2007), das Bundesverdienstkreuz am Bande (2007), die Stadtsportmedaille in Platin der Stadt Worms (2012), der Gauß-Genius-Award sowie den Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz (2013) und den Ehrenring der Stadt Worms (2017).

Die 1938 geborene Tochter des Gründers der Renolit-Werke Jakob Müller gab sich nie mit ihrer Rolle als Unternehmerin zufrieden. Vielmehr wurde sie in vielen Bereichen der Gesellschaft insbesondere auf lokaler Ebene Stifterin und Mäzenin. Bei der Überreichung des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse würdigte sie die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig laut der Wormer Zeitung: „Frau Lang ist eine außergewöhnliche Frau, die sich auf vielfältige Weise und in ganz unterschiedlichen Bereichen für die Gesellschaft engagiert. Besonders hervorheben möchte ich ihre Arbeit für die Alisa-Stiftung, mit der sich Frau Lang seit mittlerweile 18 Jahren für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche einsetzt und ihnen den Zugang zu Bildungs-, Sport- und künstlerisch-musischen Angeboten ermöglicht.“

Zur Gründung der Alisa-Stiftung kam es nach dem tragischen Tod ihrer Tochter Alexandra Lang (Salem-Abitur 1989) im Jahr 2000. Ihre Mutter vermutete als Ursache einen Fehler eines Arztes und klagte vor Gericht. Aus dieser Erfahrung heraus gründete sie 2003 die Alexandra-Lang-Stiftung für Patientenrechte, die Menschen hilft, die unter medizinischen Behandlungsfehlern leiden. Die gerichtliche Auseinandersetzung sollte erst nach 15 Jahren mit der Feststellung enden, dass der Fehler nicht nachzuweisen sei. 2005 gründete Ilse Lang die Alexandra-Lang-Initiative Schüler und Arbeitswelt, kurz Alisa. Zu dieser Stiftung gehören heute die Alisa-Zentren in Worms und Kirn, der Verein Alisa-Sport, der Alexandra-Lang-Jugendkunstpreis sowie der seit 2012 vergebene Alisa-Preis für engagiertes und mutiges Handeln für die Belange der Zivilgesellschaft. Alisa trägt dazu bei, dass soziale Herkunft eines Kindes nicht über dessen Bildungserfolg entscheidet. „Das soziale Engagement von Frau Lang zeichnet sich dadurch aus, dass sie sich den Schicksalen von Menschen annimmt und sich hartnäckig für ihre Belange einsetzt.

Mit viel Überzeugungskraft gelingt es ihr immer wieder, unterschiedliche Akteure an einen Tisch zu bringen, um so nicht nur das Beste für den Einzelnen, sondern für die gesamte Gesellschaft zu erreichen“, so Hubig weiter. Vom Wirken Ilse Langs bekannt sind auch das Engagement für die Nibelungen-Festspiele Worms, die Wormser Sportförderung, Zuwendungen für zahlreiche örtliche Vereine, ihre Unterstützung für die Waldorfschule Windhoek und ihre Hilfe für ein Heim für Straßenkinder sowie ein Leukämiekrankenhaus in Vilnius. Ein großes Anliegen von Ilse Lang ist es auch sanierungswürdige Unternehmen zu retten. Dies hat sie bsp. mit der Firma Gechem GmbH & Co. KG in Kleinklarbach geschafft.

Aktuell ist sie damit beschäftigt, die Maschinenbaufirma BLT in Mainz-Bretzenheim für die Zukunft überlebensfähig zu machen. „Vermögen verpflichtet“, begründete sie ihr Engagement bereits 2007 gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Sie möchte etwas zurückgeben und Dankeschön sagen: „Zeit für ein Rentner-Dasein bleibt mir nicht. Aber genauso möchte ich es. Das alles sind meine Herzensprojekte“, erklärte sie auf Anfrage der ASV-Redaktion.

Marc Zirlewagen

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