Auswärtiges Amt ehrt Hildegard Hamm-Brücher

Hildegard Hamm-Brücher

Sie konnte Salem aufgrund des NS-Rassewahns 1937/38 nur ein Jahr lang besuchen, dennoch blieb sie der Schule zeitlebens dankbar verbunden: Hildegard Hamm-Brüchers (1921 - 2016) Name fällt stets, wenn von bedeutenden deutschen Politikerinnen die Rede ist. Und das zu Recht, denn von ihren 70 Jahren politischer Aktivität war sie 42 Jahre lang als Abgeordnete tätig.

Ihren Anfang nahm Hamm-Brüchers politische FDP-Karriere im Münchener Stadtrat und im Bayerischen Landtag zu einer Zeit, in der Politikerinnen noch als etwas Außergewöhnliches angesehen wurden. Sie setzte ihren Weg unbeirrt im Deutschen Bundestag fort. Dreifach war sie darüber hinaus Staatssekretärin: 1967 im Kultusministerium des Landes Hessen, 1969 im Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft sowie 1976 - 1982 im Auswärtigen Amt. Auch an vielen anderen Stellen engagierte sie sich für die Demokratie, gleichzeitig ermunterte sie stets andere, es ihr gleich zu tun.

Ihre Verbundenheit mit Salem manifestierte sich, als sie 1992 Mitglied des Kuratoriums der Kurt-Hahn-Stiftung und 1996 Mitglied des Internatsvereins wurde. Für ihr bedeutendes Lebenswerk wurde sie oft geehrt. Am 8. März 2021 kam eine weitere Ehrung hinzu: Anlässlich des Internationalen Frauentags benannte das Auswärtige Amt einen Besprechungsraum nach Hildegard Hamm-Brücher. Staatssekretärin Michelle Müntefering würdigte Hamm-Brücher als eine Frau, die ihrer Zeit voraus war und die vieles von dem erkämpft hat, was uns heute selbstverständlich ist: „Jahrzehntelang setzte sie sich für liberale Grundwerte, für soziale Gleichstellung sowie für die Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen ein.“

Dass es aber noch vieles von dem zu erreichen gilt, für das Hamm-Brücher gekämpft hat, dafür soll die Raumbenennung nach einer Frau ein Zeichen setzen, so Müntefering. Hildegard Hamm-Brücher würde am 11. Mai 2021 100 Jahre alt werden.

Marc Zirlewagen
 
Die komplette Rede von Michelle Müntefering findet ihr hier.

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